Gelenkserkrankung Knie

Das Kniegelenk und seine Erkrankungen

Das Kniegelenk (Abb. 1) ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers. Es stellt die gelenkige Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel her. Gemeinsam mit der umgebenden Gelenkkapsel, den anschließenden Muskeln und Bändern, den Menisken sowie der Kniescheibe erlaubt es das Stehen und Aufrichten – vor allem aber die Gehbewegung.

Beide Knochenenden und die Kniescheibe sind beim gesunden Gelenk ausreichend mit Knorpel überzogen. Durch fortwährende Beanspruchung, kann sich diese Knorpelschicht im Alter abnutzen. Fehlbelastungen des Beines (Abb. 2) , die so genannten O- und X-Beine, alte Verletzungen oder Entzündungen beschleunigen diesen Prozess. Die Folge sind starke Schmerzen bei jeder Bewegung. Der Fachmann spricht bei diesem Krankheitsbild von der Gonarthrose (Abb. 3).

Ist die Zerstörung des Knies so weit vorangeschritten, das eine medikamentöse Behandlung oder ein gelenkerhaltender Eingriff nicht mehr sinnvoll sind, kann Ihnen allein ein künstlicher Gelenkersatz Ihnen Schmerzlinderung und damit neue Beweglichkeit verschaffen.

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Abb. 1

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Abb. 2

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Abb. 3a

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Abb. 3b

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Abb. 3c

Der einseitige Oberflächenersatz

ist lediglich eine Seite des Kniegelenkes zerstört, der andere Gelenkanteil einschließlich der Bänder und der Kniescheibe aber noch funktionstüchtig, wird der Arzt Ihnen zu einem einseitigen Oberflächenersatz raten. Dazu setzt man eine so genannte Schlittenprothese auf die verschlissene Oberschenkelrolle auf. Die Funktion des Knorpels übernimmt dabei eine Kunststoffscheibe. Sie ist mit einem Metallunterteil auf dem Schienbeinkopf befestigt. Bei dieser Prothesenform behalten Kreuz- und Seitenbänder ihre stabilisierende Funktion.

Der komplette Oberflächenersatz

Ein kompletter Oberflächenersatz ist immer dann erforderlich, wenn größere Teile des Kniegelenkes, des Knorpels oder die Kreuzbänder durch Arthrose zerstört sind, die Seitenbänder jedoch noch funktionstüchtig sind. Bei dieser Operation werden alle Gelenkoberflächen ersetzt (Abb. 4). Dabei erhält der Oberschenkel ein anatomisch gestaltetes Metallimplantat.

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Abb. 4a

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Abb. 4b

Der künstliche Gelenkersatz

Auch hier wird der Unterschenkel mit einer Kunststoffscheibe als Gleitfläche versehen, die auf einer Metallplatte sitzt. Alle Komponenten liegen in unterschiedlichen Größen und Ausformungen vor. Die Anpassung an Ihre individuelle Knieanatomie wird durch Probeprothesen während der Operation vorgenommen. Sollte die Knorpelschicht zerstört sein, ersetzt man die Rückseite der Kniescheibe ebenfalls durch eine Kunststoffscheibe.

Der vollständige Kniegelenkersatz

Sind nicht nur die Knorpelschichten der Gelenkflächen, sondern ist auch der Bandapparat Ihres Knies stark beschädigt, muss eine Gelenkprothese implantiert werden, die Ober- und Unterschenkel mittels einer Achse beweglich verbindet. Für diesen Eingriff müssen größere Teile des Knochens entfernt werden. Dafür kann die Prothese später auch die stabilisierende Funktion Ihrer abgenutzten Bänder übernehmen. Diese Form des künstlichen Kniegelenkes bietet sich ferner bei Fehlstellungen des Beines an.

Die Operation

Jedes Jahr werden weit über 70.000 Knieimplantationen bundesweit durchgeführt. Das heißt, fast alle sieben Minuten bekommt jemand in deutschen Kliniken ein künstliches Kniegelenk eingesetzt (Abb. 5).

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Abb. 5a

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Abb. 5b