Histologie

Fixierung, Stabilität und Überlebensfähigkeit

Fixierung der Pfanne

Von der geringen Anzahl an Komplikationen bei der BHR-Prothese haben wir Untersuchungen an der Pfannenfixierung vorgenommen. Wir sahen ein Einwachsen des Knochens in die poröse Oberfläche 3 Wochen nach Primärimplantation, die im weiteren Verlauf zunahm. Professor Archie Malcolm in Newcastle hat die Proben untersucht und die Histologien angefertigt.

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Dargestellt ist eine entfernte Pfanne, 6 Monate nach Primärimplantation, mit noch anhängender Spongiosa, trotz Entfernung der Pfannenkomponente.

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Detaillierte histologische Untersuchungen zeigen das exzellente Einwachsen des Knochen.

Fixierung der Kappe

Die Bedingungen für eine perfekte Zementierung der Kappe sind das offene spongiöse Netzwerk, niedrigvisköser Zement und ein hoher Druck auf den sich in die Spongiosa pressenden Zement, erreicht durch das Vortreiben der femoralen Komponente in die richtige Position. Im Schnitt haben wir die exzellenten Mikroverbindungen zwischen Zement und der spongiösen Struktur gesehen.

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The few samples that we have had the opportunity of examining histologically have shown excellent acetabular component fixation and excellent femoral component fixation.

Migration der Komponenten

Wir haben versucht, die Fixierung beider Komponenten, der Pfanne und der Kappe, mit Hilfe der Migration zu messen. Im Beckenbereich haben wir die Migration sowohl der HA-beschichteten Resurfacingpfanne als auch der Harris-Galante-Pfanne nach der Nunn-Methode bestimmt. Auf femoraler Seite wurde die Migration der zementierten Resurfacingkappe und des zementierten Exeterschaftes mit der Walker-Methode verglichen. Für die Harris-Galante-Pfanne und dem Exeterschaft wurden 559 Röntgenbilder zur Auswertung gebracht, für den Hüftoberflächenersatz wurden 389 Röntgenbilder ausgewertet.
Diese Arbeit wurde ausgeführt von Dr. Christian DeCock MD, Fellow in Joint Replacement Surgery und Dr. Paul Pynsent PhD, Direktor der Forschungsabteilung des Royal Orthopaedic Hospital, Birmingham.

Die Migrationsverteilung der 4 verschiedenen Komponententypen ist nachfolgend im Diagramm dargestellt.
Der zementierte Exeterschaft migriert 0,098mm/Jahr, die zementierte Oberflächenkappe 0,031mm/Jahr. Der Unterschied ist signifikant mit p=0,022 (t-Test).
Die Migration der zementfreien Harris-Galante-Pfanne beträgt 0,055mm/Jahr, die der HA-beschichteten BHR-Pfanne 0,015mm/Jahr. Dies stellt keinen signifikanten Unterschied dar mit p=0,35 (t-Test).

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Diese Daten zeigen, dass die Migration der BHR-Pfanne sich nicht von der Harris-Galante-Pfanne unterscheidet, die ein 15-jähriges Bestehen mit sehr guten Ergebnissen aufweist. Der zementierte Exeterschaft hat eine höhere Migrationsrate als die Oberflächenkappe.
Es ist aber bekannt, dass dieser Schaft, der ebenfalls sehr gute Ergebnisse hervorbrachte, so konstruiert wurde, dass er Mikrobewegungen im Zementmantel zulässt.

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Es ist wohlbekannt, dass Messungen an Röntgenbildern ein bestimmtes Maß an Fehlbestimmungen aufweisen. Aus diesem Grund arbeiten wir an einer Studie zusammen mit dem Karolinska Institut, Huddinge Universitätshospital in Stockholm und der Orthopädischen Klinik des Skovde Hospitals in Schweden. In dieser Studie werden RSA-Migrationsmessungen der BHR-Prothese vorgenommen (Fig. 64).

Fig. links
BHR-Prothese mit angebrachten Markern und Kügelchen im Pelvis und Femur für die RSA-Studie

Vitalität des Femurkopfes

Die traditionellen Bedenken am Konzept des Hüftoberflächenersatzes sind die avaskuläre Nekrose und das Kollabieren des Femurkopfes. Diese Ansicht wurde unterstützt durch die schlechten Resultate des Metall-Polyethylen-Wagneroberflächenersatzes mit kollabierten Femurköpfen. Aber, wie bereits ausgeführt, lag die Ursache der kollabierten Femurköpfe bei der Wagnerschale in der Knochenzerstörung durch Osteolysen, verursacht durch Polyethylenabrieb. Michael Freeman zeigte, dass in der arthrotischen Hüfte die Blutversorgung des Femurkopfes unterschiedlich im Vergleich zu einer gesunden Hüfte ist. In der arthrotischen Hüfte erfolgt die Blutversorgung vorwiegend intraossär, was es ermöglicht, einen Zugang zur Hüfte für den Oberflächenersatz zu schaffen, ohne das Auftreten von avaskulären Nekrosen.
In unseren Pilotstudien waren die zementierten Pfannenkomponenten das Hauptproblem, viele lockerten sich und mussten revidiert werden.. Diese Patienten hatten intakte und sehr gut
fixierte Femurkomponenten. Als diese Komponenten bei der Revision mit entfernt werden mussten, gab uns das Gelegenheit, diese zu untersuchen (Fig. unten).

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Die histologische Untersuchung des Knochens vom dargestellten Femurkopf zeigt normal durchblutetes Knochenmark.

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2 Wochen vor der geplanten Revision wegen Lockerung der zementierten Pfanne bekamen die Patienten Tetrazykline. Diese Probe stellt eine Tetrazyklinaufladung der Trabekel im Femurkopf dar unter ultraviolettem Licht, was die Vitalität des Femurkopfes unterstreicht.

Von 1839 Patienten mit einem Metall-Metall-Resurfacing über einen Zeitraum
von 8 Jahren und 9 Monaten entwickelte ein Patient eine avaskuläre Nekrose des Femurkopfes.